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Marie & Die Zaubersterne

Marie öffnet die Augen und blickt sich um. Im ersten Moment ist ihr gar nicht bewusst wo sie sich gerade befindet.

Im Traumland war sie gerade noch beim regenbogenschimmernden Wasserfall.

Jetzt, wenn sie sich umsieht, ist sie in einem kleinen Raum, der mit Sonnenstrahlen erhellt ist. Diese Strahlen kitzeln Maries kleine Nase. „Wie war das noch? Ach ja“, jetzt fällt es Marie wieder ein. Gestern Abend ist sie auf dem Therapiehof Zaubersterne angekommen.

Die letzte Zeit war für Marie ziemlich anstrengend und irgendwie ist ihre gesamte kleine Welt aus den Angeln gehoben worden und hat sich verändert. Ihre Eltern haben eine schwierige und stressige Zeit. Natürlich hat Marie viel mehr mitbekommen, als sie sollte und wollte.

Sie freut sich auf die Zeit hier auf dem alten Bauernhof. Hier darf sie jetzt wieder ganz Kind sein und es dreht sich endlich wieder mal alles nur um sie – Marie.

Sie darf die kleine Erwachsene, die Verständnis hat und Rücksicht nimmt heute wie ein zu großes Kleid in den Schrank hängen. Ist es doch für diesen wunderbaren Frühlingstag und das KindSEIN einfach unpassend. Viel passender für den heutigen Tag mit den ersten warmen Sonnenstrahlen findet Marie ein wenig Abenteuer und Leichtigkeit. Ganz und gar KindSEIN und frei herumtollen. Es gibt ja noch soviel zu entdecken. Ist ja alles ganz neu hier.

Marie schlägt ihr Federbett zurück und springt auf in ihrem neuen weichen Bett hier. Sie rollt ihre Kulleraugen und reibt sich die letzten Sandkörner vom Sandmann aus den Augen. Ganz im hier und jetzt angekommen sieht sie auf die Uhr. „Perfekt“, denkt sich Marie, es ist ja noch ganz früh am Morgen und von den anderen Bewohnern ist noch nichts zu hören. Leise schlüpft sie in ihre bequemen Kleider und bindet sich die Turnschuhe zu. Auf leisen Sohlen öffnet Marie die Tür und schleicht die Treppe hinunter zur Haustüre.

„Oh ist das schön!“ Die Sonne glitzert im Enten-Badeteich, der Morgentau funkelt noch wie unzählige Diamanten auf der Wiese und die ersten Frühlingsblüten öffnen ihre Köpfchen und strecken sie der Sonne entgegen.

Hinter dem Hof schmiegen sich die Hügel sanft aneinander bevor dahinter die Bergwand ansteigt. Marie gefällt der Berg. Er wirkt zwar auf den ersten Blick schroff und steil, so richtig unnahbar und anstrengend zu erklimmen, aber Marie fühlt den Berg. Für sie hat er in seinem Inneren einen rosa funkelnden Kristall der durch das graue Gestein schimmert und pulsiert. Ein innerliches Strahlen erhellt für Marie die Bergwände.

„Guten Morgen Berg! Guten Morgen Wald! Guten Morgen Wiese! Guten Morgen Wasser! Guten Morgen Sonne!“ Begrüßt Marie ihr neues Zuhause für die nächste Zeit.