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Marie & Das Sternentor

Marie ist ein kleines Mädchen auf dem Zaubersternhof. Ihre Eltern haben gerade wenig Zeit und so ist sie hier zur Erholung. Sie findet rasch neue Freunde und hat eine ganz besondere Gabe, sie kann mit allen Wesen der Erde sprechen, egal ob Zweibeiner oder Vierbeiner.

Mit dem Hund Pünktchen hat sie sich schon auf die Suche nach dem Vertrauen gemacht. Sein Vertrauen haben sie gefunden, aber die Leichtigkeit von Marie hat noch keinen Platz in ihr, weil da noch soviel Angst darin gesteckt ist. Zum Glück haben sie Pipo getroffen, einen kleinen Mäuserich, der auf einen ganz besonderen Wissensfundus zurückgreifen kann.

Mit Hilfe ihrer Freunde und den Anleitungen von Pipo ist Marie nun dabei die Angst aufzulösen. Ganz einfach geht das, indem man sich der Angst einfach stellt und ihr eine Form gibt. Für Marie war es ein Klumpen Erde mit Steinen drin. Die Steine haben sie jetzt bis auf einen ganz besonderen alle schon abgelegt. Nur was es mit diesem einen ganz besonderen Stein auf sich hat, das dürfen wir uns jetzt noch alle gemeinsam ansehen.

Marie zeigt ihren Freunden den kleinen Kristall in ihren Händen. Er ist ebenmäßig und klar, wenn man ihn ins Sonnenlicht hält zeigen sich ganz viele Lichtpunkte auf den Gesichtern von ihnen allen.

Sie haben sich jetzt in einem Kreis aufgestellt und genießen die Farblichtspiele in ihren Gesichtern. Laute farbige Pünktchen, die aussehen wie kleine Regenbogen, hüfen über ihre Gesichter und Körper.

„Wow, ist das schön!“ bellt Pünktchen, hüft aus dem Kreis heraus um die anderen herum und versucht die Lichtpunkte zu fangen.

„Vorsicht,“ kreischt Pipo so laut er kann. Der übermütige Pünktchen hat ihn jetzt beinahe mit seinen spitzen Zähnen getroffen, als er einen Lichtpunkt auf Pipos Kopf fangen wollte.

„Oh sorry,“ meint Pünktchen, fetzt aber schon dem nächsten Lichtpunkt hinterher und fängt beinahe Maries Wadenbein.

„Pünktchen!“ mahnt jetzt die Leichtigkeit. „Langsam. Bleib einfach mal stehen und genieße. Die Farbpunkte kommen ganz von selbst zu Dir. Der Kristall spiegelt das Sonnenlicht und bricht die Strahlen in ihr wunderbares Farbprisma. Wusstest Du, dass weißes Licht aus allen Farben des Regenbogen besteht?“

Pünktchen ist ganz außer Atem und seine Zunge hängt fast bis zum Boden herab. Er lechzt nach Wasser und murmelt nur noch „Wasser, Wasser. Bin gleich wieder da.“

Er tapst zurück zum Bach und trinkt soviel und so schnell er kann frisches, klares Wasser. So ruft er schnell seine Lebensgeister zurück. Gleichzeitig wird ihm auch sein eigener Übermut bewusst und er muss herzhaft über sich selbst lachen.

Zurück bei den anderen, wenden sie nun alle ihre Aufmerksamkeit dem letzten Stein in Maries Hand zu. Sie alle können die Botschaft des Bergkristalls hören, aber was bedeutet sie?

Ratlos betrachten die vier den Kristall. Er summt und vibriert in regelmäßigen Abständen – 3x brrrrr – 2x hmmmm – 4x mähhhhhh – funkeldeeeeee.

„Gibt es hierfür eine Gebrauchsanweisung?“ fragt Marie. Sie blicken sich alle kopfschüttelnd an. Keiner von ihnen kennt so etwas. Was soll das alles bloß?

„Puff“ macht es und leise surrt ein lichtvolles Etwas von der Margerite hoch. Es umschwirrt die Leichtigkeit und dann jeden Einzelnen.

Die Leichtigkeit meint auf einmal, „Marie, jetzt hast Du doch wieder Platz für mich? Magst Du mich nicht wieder bei Dir einlassen? Vielleicht verstehen wir beide gemeinsam dann, was uns der Kristall und das funkelnde Glühlichtchen sagen wollen.“

Marie blickt der Leichtigkeit in die Augen und setzt gerade an zu fragen, wie das denn gehen solle, da macht es wieder ein Plopp. Marie ist auf einmal von einem gelb-weißen Strahlen umgeben, das von innen heraus kommt.

Pünktchen und Pipo staunen. Wo eben noch die Leichtigkeit stand, ist jetzt gähnende Leere. Beide blicken zu Marie.

Marie beginnt ein paar leichte Tanzschritte zu machen, nach einer Melodie, die nur sie zu hören scheint.

Nach wenigen Augenblicken – ihren ganz eigenen Zaubermomenten – landet Marie mit ihrer vollen Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt auf der Blumenwiese.

„Wow ist da genial!“ meint Marie zu Pipo und Pünktchen. „Eben noch grüble ich, wie ich die Leichtigkeit wieder einlassen kann und ehe ich mich versehe bin ich schon wieder komplett.

Es fühlt sich gerade so an, wie wenn eine goldene Flüssigkeit durch meine Adern fließt und mich on innen heraus wärmt. Gleichzeitig verteilt es sich bis in meine Zehenspitzen. Ich fühle mich gerade so, wie wenn ich mindestens 10 cm über dem Boden schweben würde und mindestens 10 kg leichter bin.“

Pipo & Pünktchen lachen und freuen sich mit Marie. Endlich hat sie ihre Leichtigkeit nicht nur gefunden sondern auch wieder in sich. Bis hierher sind die Freunde jetzt ja schon einen weiten Weg gemeinsam gegangen. Zuerst auf der Suche nach Pünktchens Vertrauen, dann über die Liebe und die zahlreihen teilweise schweren Steine zu Maries Leichtigkeit.

Die kleine Lichtkugel umschwirrt Marie. Auf einmal kann Marie ganz klar ihre feine, sanfte Stimme hören. „Marie, Marie, endlich hörst Du mich und hast den Schlüssel gefunden! Juhuuu! Ich warte schon so lange darauf.“ Jubiliert das fliegende Lichtpünktchen.

Marie, Pünktchen und Pipo schauen sich erstaunt an. Spannend ist, dadurch das Marie versteht, was die Lichtkugel trällert, wissen es auch auf einmal die anderen.

„Na das ist doch glasklar,“ meint Pipo. „Es gibt da was, was uns alle verbindet. Das ist irgendwie so, dass es uns anzieht oder ab stößt von Menschen oder Dingen. Und da wir auf der gleichen Wellenlänge sind, wissen wir auch das Gleiche, sobald es einer kapiert hat. Capisci?“

„Capisci!“ bellt Pünktchen. „Hab zwar keine Ahnung was das gerade für eine Sprache ist, aber verstanden.“

„Ach deswegen könnt ihr Tiere mit allen kommunizieren?“ fragt Marie ganz erstaunt. „Wir Menschen haben das glaube ich meistens vergessen.“

„Das ist nicht richtig,“ surrt die kleine Lichtkugel. Jedes Wesen kann das, natürlich auch der Mensch. Ihr habt nur eine Kleinigkeit vergessen, die so wichtig ist. Die Zeit. Sich die Zeit zu nehmen hinzuhören, zuzuhören und die Zeit für sich selbst und den anderen. Aber Du hast ja jetzt den Schlüssel Marie. Bitte setz ihn endlich ein, damit Zeit wieder für alle da ist. Zeit zum genießen, zum Lachen, zum Tanzen und einfach zu sein.“

„Wie jetzt. Marie hat den Schlüssel für alle?“ bellt Pünktchen.

„Ja natürlich. Es ist ihre Aufgabe die Zeit wieder verfügbar zu machen. Es ist höchste Zeit dafür. Schaut euch doch um, wie viele Menschen krank werden oder weinen, weil sie nicht glücklich sind. So viele sind einsam und haben keinen mehr, der ihnen zuhört. Zeit ist die kostbarste Gabe – das wunderbarste Geschenk, welches man einem Menschen schenken kann.“ Surrt das kleine Lichtkügelchen.

Pipo runzelt seine kleine Stirn. Stellt sich auf seine Hinterpfoten und wendet sich zum Lichtpünktchen. „Und wie bitte soll das jetzt gehen?“

„Marie weiß es.“ Kommt die prompte Antwort. Natürlich drehen sich alle Köpfe sofort zu Marie herum. Marie schließt kurz die Augen. „Stimmt,“ kommt ihre Antwort aus tiefstem Herzen.

„Kommt lasst uns einen Kreis machen und reicht euch die Hände,“ meint Marie in einem ganz ruhigen Ton zu ihren Freunden.

Wir haben jetzt eine lustige Runde auf der Wiese. Da ist Marie mit ihrer Leichtigkeit in sich, Pünktchen der Hund wieder vereint mit seinem Vertrauen und Pipo der kleine weise Mäuserich. Jeder in einer unterschiedlichen Größe schaffen sie es doch, einen Kreis mit Händen und Pfoten zu stabilisieren. Denkt mal dran, ein Hund, eine Maus und ein Mensch – kichern erlaubt – doch genau diese Vielfalt und Verbindung ist das, was Gemeinschaft ausmacht. Es spielt keine Rolle, wer Mensch, Tier, Pflanze oder Stein ist. Jeder ist wie er ist und jeder Einzelne hat seinen Platz hier auf der Erde.

Marie verlässt die Runde kurz und legt den Bergkristall auf die Erde in der Mitte ihrer kleinen Runde und nimmt dann schnell wieder ihren Platz ein.

Das Lichtkügelchen schwirrt zum Bergkristall und mit einem – Plopp – wirkt es auf einmal so als ob das Licht durch eine Lupe gebündelt wird. In den Köpfen der kleinen Runde ist ein leises „Danke“ zu hören.

„Wuff, Wuff, und was ist jetzt anders?“ bellt Pünktchen ungeduldig.

Pipo ist voller Demut und tief berührt. Er meint nur, „lasst Euch überraschen – es ist verändert – mit der Zeit!“

Was er damit meint und wie es wirkt erfahrt Ihr in der nächsten Geschichte von Marie & Die Zaubersterne. Beobachte auch Du was Dir begegnet, beschreibe uns gerne Deine Eindrücke von der Zeit und male uns ein Bild.

Solltest Du oder Dein Kind eigene Bilder und Impressionen von Marie zeichnen wollen, dann nimm Dir ein Blatt Papier und Stifte und schick uns Deine Bilder an info@zaubersterne.org. Sie werden dann in die nächsten Geschichten integriert und dürfen andere Kinder begeistern.